Die Posse um ein Staatsgeheimnis

Warum hat Minister Friedrich sein Staatsgeheimnis nicht an Frau Merkel weiter gereicht? Bei ihr wäre es doch sicher gewesen. Und er aus dem Schneiderlein-Image. Stattdessen verrät er es der SPD, Herrn Gabriel, der gibt es gleich weiter an Oppermann und Steinmeier. Jetzt waren es schon drei. Die SPD ist doch noch so geschwächt durch die letzte Wahlniederlage und hat sich soeben erst mühsam erholt und kann in dieser Phase der Rekonvaleszenz doch niemals Staatsgeheimnisse hüten. Warum weiß das ein Bayer wie Friedrich nicht? Hat er Angst vor Frau Merkel, sie könnte ihn wieder schief anschauen und leider hat er zu Seehofer eh nicht mehr den allerbesten Draht. Er konnte einem leid tun, der arme Tropf.

Es ist eine Affäre,es geht um arme, missbrauchte Kinder, um einen dubiosen Abgeordneten, um eine ihr Handwerk schlecht verstehende Hannoversche Staatsanwaltschaft, um Indiskretion, Geheimnisverrat,vielleicht sogar um eine Intrige, die vom fernher gesteuert wurde, man weiß nichts Genaues. Man bewegt sich hektisch und aggressiv gegeneinander, sucht nach starken Worten..

Die Frage, wem ist denn noch zu trauen, wer kann den Mund halten, wenn es darauf ankommt, statt gleich wieder die Hundemeute der Medien aufzuscheuchen? Gibt es solche Persönlichkeiten noch genügend, oder ist das Recht nicht immerzu gefährdet durch die Moral ? Die Fälle Kachelmann, Wulff, Hoeness, Schwarzer, so unterschiedlich sie erscheinen, sind Ventile, in denen sich der Volkszorn, der selbstgerechte Eifer der Massen und ihrer Medien Luft verschafften. Natürlich ist der Fall des ins Ausland abgetauchten SPD Mandatsträger, Herrn E. besonders peinlich. Wer bestellt denn Bilder von nackten Kindern?
Igitt. Und dann diese Pressekonferenz der Staatsanwälte, wo diese herum drucksten, sie wüssten noch immer nicht, ob es sich bei den Bildern um illegales Material, also um einen Straftatbestand handele oder nicht. Sie steckten seit Monaten in einer Grauzone, gewissermaßen in einem Amts-Stau.
Hier spätestens wird es vollends absurd. Das hohe Pathos des Rechtsstaates und die lächerlichen Figuren seiner Betriebs-bzw. Geschäftsführung, sie fliegen beide aus der Kurve. Trivial, aber eine Katastrophe.

Dazu der Abgang des Bauernopfers Friedrich und sein trotziger Blick. Er komme wieder. Nein, bitte nicht. Eine Sparkasse im Frankenland kann ihn bestimmt noch brauchen. Für die große Politik-Show war er zu naiv, zu provinziell. .
Ich sehe im Hintergrund der Regierungsszene den kleinen Dobrindt mit seiner Intellektuellenbrille. Er wird aus dem Fall Lehren ziehen, so etwas darf ihm nie passieren.

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