Nacht der Hunde

dieser Titel scheint mir für unsere neue Epoche sehr trefflich. Der Mensch wird seiner Subjektivität beraubt. Die Planierraupen walzen die ältesten Laufbahnen platt.Überall Spitzeldienste in den Kasernen gleißender Virtualität.
Doch nichts soll unseren Optimismus trüben.
So hör‘ ich das Raunen der Menge all der Positiven.

Einmal kennzeichnet den Hund eine müde Zahmheit, ein Kadvergehorsam, obschon  der Hund ein hochmodernes Fabeltier sein könnte. („Unter Zahmheit versteht man furcht- und aggressionsloses Verhalten von Tieren gegenüber Menschen oder anderen Arten, das entweder von Natur aus bestehen kann oder durch Zähmung erlernt wird“.) Zum zweiten meint man mit Hund einen räudigen, skrupellosen Menschen, der nimmt, was er kriegen kann. Er ist niemals heikel.
Drittens symbolisiert der Hund eine Dunkelheit, eine endgültige Grenze zum Reich des Verstehens, die eine bestimmte Sorte von Mensch ebenso scheut und gar nie betreten will. ( Verzicht auf Mündigkeit, den Ausgang dahin strikt meidend.)
Hinter dieser Eigenschaft steckt die Verkrüppelung, die die Schulen und Hochschulen den meisten antun. Sie wecken nicht die Lust am geistigen Leben, sie versperren den Zugang zur Fantasie im Käfig der instrumentellen Vernunft. Denn sonst rechnet sich für sie die Bildung nicht. „Rechnet sich“, jaja, der neuste Industriereport fordert massive Kürzungen im Geistbetrieb. Die Land- und Stadträte zeigen sich zwar gut frisiert, doch machtlos. Sie führen ihre Hunde aus zum Trost und streicheln ihre Katzen. Der Mensch erkennt sich wieder im Haustier. Im süßen Konsens der Medien-Marmelade.- Die Scouts sind überall unterwegs, (hier in der Nähe fahnden die Typen vom Regio TV zur Zeit nach Schwulen und Lesben in der letzten Holzfällerszene, draußen im Wald. )
Das ergibt im Ganzen eine Nacht, in der nur einige mit List noch wach an ihren Lampen sitzen , mühsam den Reim zu erfinden, wie Fragezeichen ihrer Existenzen. Diese Mühen, jahrzehntelang, ergeben am End‘ noch eine magere Lust.

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2 Gedanken zu “Nacht der Hunde

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