Der böse Himmler im Kino

Es gibt jetzt nach den vielen Hitlerstreifen auch einen Himmlerfilm. Ach so.Wozu,? Das weiß keiner genau.- Es gibt ihn halt. Und jetzt müssen ihn die Berufskritiker eben ansehen. Ein Muss, jede Redaktion muss sich den bösen Kerl wieder vornehmen. Pflicht ist Schnaps.
Für die Welt hat Sven Felix Kellerhoff den Film angeschaut und meint: „Wenn Himmler nicht so normal gewesen wäre, hätte er seine unsäglichen Verbrechen wohl nicht mit dieser grausamen Effizienz begehen können. „
Dieses Argument trägt die Fassade eines Philosophenrätsels, aber es ist in Wahrheit kein Argument. Himmler war erstens nicht normal, sein Spießertum war nur die Maske seines Wahns, und zweitens geht Grausamkeit der Himmlersorte über jeden Begriff von Effizienz. Effizienz und Grausamkeit, was soll das für ein Reim sein? Ein Fake, weil über Himmler gar nichts mehr zu sagen ist.
Wenn überhaupt einer einen Himmlerfilm drehen könnte, vorausgesetzt er würde sich diesen schrecklichen Bastard als Thema seiner Destruktionen wählen, dann wäre das Lars Von Trier. Er kennt wie kein anderer das Böse und sucht es sogar im Pornofilm auf. Von Trier scheint furchtlos zu sein, er ver-filmte sogar den Antichrist.
Himmler ist ebenso eine verteufelte Figur, obszön und grausam, der Christenhölle entsprungen. Jedes Verstehenwollen oder Dokumentieren des hässlichen Phänomens greift um 5 Oktaven zu hoch und 3 zu niedrig in die Tasten.
Die armen Kritiker, die mit ihrem Kultur- und Berichterstatter-Deutsch jetzt über Himmler, den Film, urteilen müssen. Das kann nur schief gehen. Oder so schräg klingen wie bei Diedrich Diederichsen. In der TAZ: „Vollends unerträglich und unbegreiflich sind nachsynchronisierte knallig krispe Schüsse, wenn man auf schlecht erhaltenem Filmmaterial schemenhaft Erschießungen erkennen kann. Und wenn dann noch wuschiges Gewische abgespult wird, um den Klang des Gräberaushebens rüberzubringen, zieht es einem die Schuhe aus.“

Diese ästhetische Mäkelei taugt im Dreck Himmlers auch gar nichts .

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