Offener Brief an Ivo, den OB von Ulm

Verehrter Herr Oberbürgermeister,

lassen Sie mich einen Schattenriss zwischen uns vorausschicken, damit alles politisch korrekt verlaufen kann. Also: nachdem Sie mich 2010 auf schäbige und übrigens sehr undemokratische Art aus dem Amt, als Verantwortlicher der Literatur im Donaubüro, mobben ließen,nicht ohne mir noch einen Nasenstüber mitzugeben, in der Heimatzeitung SWP mich noch ein bisschen in Verruf zu bringen, ließ ich ein paar Jahre verstreichen, um die üble Sache doch noch mit Humor zu bewältigen. Also forget it. Dies nur nebenbei, ich werde mich in der Sache mit Ihnen nicht länger streiten. Denn Sie können nichts dafür, sie haben zur Kunst und Kultur einfach keinen Draht. Sie sagen das ja gerne selbst und bezeichnen sich öffentlich als „Kulturbanausen“. (Soll selbstironisch wirken, ich weiß..)

Doch drei Dinge muss ich Ihnen heute öffentlich sagen. Damit es nicht wieder Ausreden gibt, “hab ich nicht gewusst, hat ja keiner was gesagt..verstehen Sie”?

Drei Dinge. Erstens: . Ihre Marketingaktion „Weitblick“. Da haben Sie sich wieder einmal ganz falsch beraten lassen. Herr Schultes von Ulm, ich frage Sie ganz ernsthaft: Fürchten Sie die Lächerlichkeit gar nicht mehr? Die Aktion wird Ihnen nur viel kosten, Ärger bringen und leider nur zum Imageschaden unserer Stadt einen Beitrag leisten, “Beitrag leisten”,- wie Sie und Ihre Parteifreunde immer gerne sagen.

Zweitens: Ihr Freund und Intimus Peter Langer hat gewiss manchen Unsinn angestiftet-nicht nur finanziell- doch er hat sich auch einige Meriten erworben. Na, gut er musste weg gelobt werden in ein anderes, höher klingendes Amt. Das erforderte die politische Situation in Ihrem Rathaus, Herr Schultes, wo sie Ihren Freund nicht mehr gut auf seinem Posten halten konnten und ihm darum einen neuen schufen. Gut,sagte ich,meinetwegen. Langer hat soviele Verdienste, gerade auch im alternativen Kultursektor, wie man sagt, dass man ihn jetzt im Alter nicht einfach wie einen armen Hund vom Hof jagen kann. Doch, glauben Sie mir, dafür habe ich einen Sinn, Herr Schultes, ich bin ja katholisch im Kern, wie Sie auch. Also, Herr Langer ist jetzt Berater der Kommunalpolitik. Gönne ich ihm, hat er noch ein bisschen Ruhe vor dem Ruhestand, die hat er sich verdient. Außerdem kommt er überall rum, kann den Balkan rauf und runter, auch Brüssel und Berlin besuchen. Das ist ihm doch zu gönnen. Doch diese absurde Nachfolge einer völlig unbedarften Frau Meigel hat er nicht verdient. Diese Lumpensammlercrew um Frau Meigel herum wird auch Ihrer Stadt, Herr Schultes, keine Ehre einbringen. Sie wird sie mit ihrem staubigen Provinzniveau bis auf die harten Knochen blamieren. Jetzt werden Sie einwenden:“ wie arrogant, das ist doch alles Geschmackssache. Da kann ja jeder kommen und alles besser wissen“.

Nein. Darum geht es mir nicht. Mir geht es doch wie Ihnen nur um die Ehre und um das kulturelle Niveau der Stadt. Das sinkt rapide mit diesem geistig unbedarften Donaupersonal. Es entspricht nur dem niedrigen Hausverstand des Herrn Finanzbürgermeisters G.Czisch, dessen einziges Bedenken in der Furcht besteht, einer der Künstler könnte die Hand wieder viel zu weit aufhalten. Sein Stadtsäckel ist ihm sein Ein&Elles. Deshalb schon ist er als Geschäftsführer des Donaubüros eine absolute Fehlbesetzung. Ehrlich gesagt. Wir dürfen doch offen miteinander reden, Herr Schultes, ich bin doch Schwabe wie Sie. Kurzum: Setzen sie dieses Büro bitte komplett ab, besorgen Sie dem Personal warme Plätze im Friedhofsamt oder bei den Liegenschaften. Dort könnte ich mir Frau Meigel und ihre Frauen gut vorstellen. Dort hätten Sie auch nette Begegnungen und müssten ihr Geschwätz nicht immer in sog. Newslettern auch noch schriftlich verbreiten.

Das ist eine Pein, ein Schaden für die Stadt. Stellen Sie sich mal vor, angenommen, es kommt einmal ein besonders gelehrter und witziger Kopf in die Stadt und surft aus Versehen im Hotel auf die website des Donaubüros. Was wird der wohl denken? Ich erinnere mich dabei an einen parallelen Fall, an Walter Benjamin, den jüdischen Philosophen und Kritiker, der in den 20 Jahren sich kurz in Kempten im Allgäu einmietete, um ein Buch zu Ende zu schreiben. Jenseits des großen Lärms, wie er dachte. Doch als er beim Frühstück die dortige Heimatzeitung las, wurde ihm schwindlig und er reiste bald wieder ab. Daran hat sich seither nicht viel geändert. Die homepage des Donaubüros entspricht im Niveau – gelinde gesagt- dem Heimatverein Unterallgäu.

Lassen Sie sich von den äußeren Erscheinungen nur nicht blenden.Wandel heißt heutzutage ganz Vieles, nur nichts Gescheites.

Drittens, der Fall Studnitz, Intendant des Stadt-Theaters. Ich höre, dass Sie seinen Vertrag wahrscheinlich verlängern wollen? Welch ein Unglück für Ihre Stadt. Dieser Herr Studnitz ist völlig indiskutabel , das hat er viele Jahre hier bereits bewiesen. Er schuf den Studnitz-Faust ohne Gelehrtentragödie. Eine Dummheit, wie Sie dem größten Avantgardisten und Traditions-Zertrümmerer nicht im Suff einfiele. Er hat Büchners großen Text von “Dantons Tod” an die Schweine verfüttert. Eine ganz üble Textschändung. Eine geistige Todsünde.

Im Fußball wär’s sicher die rote Karte.Ich könnte noch ein weitere Reihe von Dummheiten des Herrn Andreas von Studnitz hier vorführen, aber wie gesagt, er ist vollkommen indiskutabel. Einem solchen Dreikäsehoch des Welttheaters können Sie, Schultes von Ulm, doch nicht jährlich 10 und mehr Millionen in den Rachen schieben, das ist vollkommen unverantwortlich, Betrug am Steuerzahler, und wie sie gerne hinzufügen, auch der Steuerzahlerinnen. Natürlich.

Ich weiß, Sie fördern für Ihr Leben gern Frauen, Sie sind ein Frauenverehrer, das macht Sie so modern und zeitaffin. Also geben Sie diesem Herrn von Studnitz endlich den Abschied, nein, nicht gleich den Gnadenschuss, das mein ich nicht, das wäre undemokratisch, aber die rote Karte, endlich die rote Karte!!! Die Stadt wird aufatmen und es Ihnen später sehr danken.

Das war’s, das musste ich Ihnen heute sagen, diese drei Fehlgriffe der Kultur sprengten meine Ruhe und Gelassenheit, in die ich jetzt wieder heimkehre..

mit freundlichen Grüßen (MFG)

Ihr

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