Ulm- ein kulturelles Brachland

Mein Gott,was wird jetzt aus dem Ulmer Donaufest, das einmal so viel versprechend angefangen hat? Mit Autoren und Musikern von Weltrang und jetzt?
Natürlich hat der damalige Leiter Peter Langer unzählige Fehler begangen. Aber gegen die uralte, jedes Verfallsdatum weit überschreitende Crew, die jetzt ans Ruder gelangt ist, von Gnaden Czischs, des Erbsenzählers und Finanzchefs, waren Peter Langers Initiativen doch wenigstens nicht derartig verschnarcht und provinziell-vermieft. Er wollte vielleicht auf einmal zu hoch hinaus, das mag sein, aber die Mannschaft um die biedere Frau Meigel herum will ja nun gar nichts mehr, außer ihre Existenz bei der Stadt sichern, mit der vagen Hoffnung auf eine kleine gemütliche Festanstellung. Mehr haben sie weder vor, noch zum Programm zu sagen, auf das wohl auch gar keiner mehr gespannt sein kann. Es wird schon langen, wie der Schwabe sagt, für Ulm tut’s des allemal.

Diese schnöde Provinz-Truppe aus der Kreisliga ist noch nicht einmal in der Lage, eine einigermaßen attraktive Eigenwerbung zu betreiben. Das Gruppenbild, das vorgestern in der Südwestpresse von dieser altbackenen Crew erschien, sah eher aus wie eine Freakshow aus den ideologischen 80-er Jahren des kalten Kriegs. Gespenstisch, uralt, in einem Outfit, das eher an eine dörfliche Landwirtschaftsschule denken ließ, als an eine zeitgemäße Versammlung von fortgeschrittenen, modernen Kulturveranstaltern. Aber natürlich passt das zum ewig der Zeit hinterher hinkenden Stadtrat und seinen ehrenkäsigen Honoratioren, mit ihrer absurden Marketingaktion „Weitblick“.

So kann die Stadt niemals zur Marke werden, allenfalls als verschimmelter Ladenhüter ihre Restfrist absitzen. Aber den Bürgern wirdÂ’s recht sein, Hauptsache es wird gespart und es koschtet uns nicht zuviel. Dass dabei auch die Ideen und die Phantasie die Donau hinab schwimmen, wen kümmert’s? Und die Lokalpresse schläft gut und merkt ohnehin nichts. Sie hat ihre kritische Funktion längst den Hasen und den Bibern überlassen, und mutiert jeden Tag noch mehr zum Organ der Jasagerei und zur Hofzeitung des Bürgerkings Ivo Gönner.
Mir bleibt dazu nur zu sagen: Gute Nacht Ulm.

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6 Gedanken zu “Ulm- ein kulturelles Brachland

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