Das kommende Donaufest- die Aufstellung

Heute stellt sich die Crew, die das diesjährige Donaufest bestellen soll, im Gruppenfoto auf der Ulmer Lokalseite vor. Ich will nicht kritisch sein, aber im ganzen erblicke ich hier keine sehr glückliche Werbung. Eher ein Foto für den täglichen Gebrauch. Ein Werkeltagsbild.
Vorne posieren die drei Weiblichkeiten, sie halten sich an einer Bambusstange fest, an der ein roter und ein grüner großer Lappen hängt. Rechts die ungemein biedere Frau Meigel, die Chefin vom Ganzen, die aufpassen soll, dass nicht zuviel Spesen verbraucht werden. Nach dem Motto: „die Künstler gehen frei, ihre Frauen aber sollen selber zahlen“. Außerdem wird Frau Meigel dafür sorgen, dass im Donaubüro auch während des Festes täglich aufgeräumt und gesaugt wird. Neben ihr in der Mitten die etwas alternativ dreinschauende grüne Rockerin- Carmen Mark, mit einer Art graugrüner Bauernschürze angetan und Wolljacke. Carmen hat immer schon, seit ich sie kenne, irgendwas zwischen Gastronomie, altem Rock-n Roll und Werbung zu tun gehabt. Carmen hat jede Menge Routine, sie fühlt sich wie zu Hause im Milieu der Kioske und der Bratwurstbuden. Sie wird bestimmt eine Felsin in der Brandung abgeben. Links, neben Carmen, eine Neue,Halyna Schweizer, die viel jünger, auch etwas peppiger aussieht als der Rest der Crew. Sie wird für die Jugend sorgen, ein paar Highlights für das jüngere Publikum platzieren und den Handwerkermarkt an der Donau organisieren. Sie wird das gut machen, sie sieht doch wenigstens ganz hübsch aus. (So etwas ist für den Hausherrn an der Donau, Herrn Czisch, immerhin auch eines der vielen Kriterien.)

Hinter den Frauen nun die Riege der alten Männer. Sie haben schon alles mögliche durchgemacht auf den Feldern und Grenz-Gebieten zur Kultur. Rechts der alte Hase Wolfgang Frauendorf, der ehemalige Organisator des Ulmer Theaters. Er ist zuständig für die Strukturen des Festes, die Abläufe und das Personalmanagement. Er kann das, ein Fest zu leiten ist für ihn ein Hobby wie sein Motorradfahren. Neben ihm nun ein Kulturveranstalter Leitner, vom Lande, wo er seit Jahren für ein breites Publikum mit populären Events und Erfolgen glänzen kann.
Dann als dritter Dr. Clauß, ein alter Liebling, besonders der Ulmerinnen , sie halten ihn für den Dorf-Intellektuellen schlechthin hier, als welcher er auch für viele der Männer fungiert. Er ist logischerweise zuständig für die Hochkultur beim Donaufest. Also für Chorwerke, Opern, bedeutende Konzerte, bahnbrechende Inszenierungen von Theatern an der Donau, bis hinunter in die Auen Draculas. Dr Clauß wird dem Fest ein hoch-kulturelles Prestige verleihen, in den Pausen bei Konzerten mit namhaften Dirigenten öffentlich diskutieren und ähnliches. Old fashion. Eindeutig ein Mann der Old fashion.
Bei ihm wird nichts anbrennen, sagt man, ob es allerdings sehr feurig wird bei ihm, weiß auch noch niemand.
Ganz links neben ihm sehen wir Rainer Markus Walter, ebenfalls einen alten Bekannten. Er ist ein Radiomann, früher soll er glänzend den E-Bass gespielt haben. Im Ulmer Spazz schrieb er jahrelang Kolumnen zur internationalen Pop- und Rockszene. Auch auf heavy metal, hiphop und harten Techno ist er spezialisiert, wie man hört.
Zeugen berichten: Er gab nachweislich Eric Clapton schon einmal die Hand. Er wird für die Pop-Rock und Blues-Ereignisse an der Donau die Feder führen. Auf dem Foto sieht er aus wie auf dem Sprung, die rechte Hand in der Hosentasche, grinsend , er scheint selbst überrascht noch, dass er auch mit aufs Foto durfte.

Das also sind sie, die Sieben, 4 Männer, drei Frauen. Darunter eine Jüngere. Sie betonen indes alle unisono, dass ihnen die Begegnungen auf dem Fest das Wichtigste sein werden. Der Handwerkermarkt an der Donau, die Essensstände, die Diskussionen. Dann erst kämen die erstklassigen Veranstaltungen und Konzerte.
Alles, kann man sagen, wie der Bürger es sich nur wünschen kann, wie es auch die Parteien im Konsens akzeptieren werden. Auch die Frauenquote in der Crew stimmt, auch die Männer der Old fashion sind schwer in Ordnung, nur vermisse ich wenigstens, das möchte ich jetzt schon sagen dürfen, einen Migranten oder eine Migrantin, noch besser, klar. Auch fehlt mir ein Schwuler oder eine lesbische Frau an der Spitze noch.
Aber die Entwicklung geht eben langsam.
Das muss man akzeptieren.

So also hat man sie aufgestellt, die 3 Macherinnen und die 4 Macher. Sie müssen’s richten, mal sehen, ganz Ulm ist schon äußerst gespannt auf die Highlights, die Events und die tausendfachen Begegnungen an der Donau, mitten im Sommer. Ich sehe schon den serbischen Slivovic vor mir, dazu ein köstliches Rasnicj und Balkanmusik im Ohr. Das genügt mir eigentlich, aber ich werde anstandshalber sicher auch bei einer der hoch-kulturellen Events des Dr Clauß einmal vorbeischauen und ihn- und alle um ihn herum natürlich- freundlich grüßen.

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