Schwul sein wird immer wichtiger

Heute schafft es das Outing eines Profifußballers überall auf die Seite 1 in der Presse.
Die Südwestpresse titelt, sie macht sogar damit auf: „Hitzlsperger: ich bin schwul“.
Der Kommentator findet , der Fall reiche weit über den Fußball hinaus. Er sei letztlich sogar eine Attacke gegen Putins Homophobie.
Er gibt zu bedenken: Mögen die Schauspieler und Fernsehpromis auch in Scharen schwul sein und sich so geben, doch im Machosport Fußball, wo der Kampf Mann gegen Mann ein beinhartes Kult-Niveau erreiche, sei dieses Bekenntnis zum Schwulsein „ein ungemein großer und mutiger Schritt.“ Zwar beeilten sich jetzt die Oberen des DFB und die gesamte Medienprominenz damit, den tapferen Mann zu beglückwünschen. Wirklich toll, Respekt, sagen sie  alle. Von Frau Maischberger bis Frau Merkel.
(Nur Frau Aigner zögert noch. demn sie muss sich zuerst fragen: Was sagt Seehofer, ihr Boss, der doch genau weiß, dass Tolereanz gegen Homosexuelle nicht nur in den Stadien, sondern auch an seinen Stammtischen sehr, sehr unpopulär wirkt.)

Denn Thomas Hitzlsperger, der schwule Kicker, hätte es sich ja leicht machen können, so der Kommentator der SWP, er hätte ,wie viele der noch heute verborgenen Homosexuellen im Fußball, sich einfach ein Model nehmen können, das jederzeit auf der Tribüne als seine offizielle erotische Begleiterin fungiert hätte. Die Fans wären beruhigt gewesen. So aber ist Übles zu erwarten, denn bei den Fußballfans ist das Wort schwul wie imk hintersten Persien immer noch ein gefürchtetes Schimpf-und Schmähwort. Es gilt also auch diese Masse endlich aufzuklären, meint der Kommentator. Wir alle müssen uns einsetzen in einer geouteten, klaren Haltung, die sofort besagt: Schwulsein ist ganz normal, wie jede andere Sexualsportart auch. Ende?
Ja, ich sehe es ähnlich, wie der Kommentator des sensationellen Outings eines Fußballers: „wir leben in einer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft“. Denn sonst bräuchte es weder ein Outing noch  solche Kommentare und solche Aufmacher in allen Zeitungen. Doch kleiner Einspruch aside: Homosexualität ist nichts Normales, aber trotzdem nicht  verabscheuungswürdig.
Wie könnte man das den Machos unter den massenhaften Fans in den Stadien klar machen? Das alte Dilemma, so alt wie die hehren Maximen der Vernunft selbst. Wie kann man diejenigen aufklären, die Aufklärung überflüssig finden, abnormal,schwul. Ohne Eier?? Denn sie stehen auf ihrer Unmündigkeit, sie macht sie stark, glauben sie.

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2 Gedanken zu “Schwul sein wird immer wichtiger

  1. Deine Überschrift widerspricht etwas Deinem Text, oder ?
    Anhand der Überschrift erwartet man ein Plädoyer für das Outing …
    Im Text erweckst Du den Eindruck, dass es eher unwichtig ist …

    Ich denke auch, dass es eher unwichtig ist, ob nun ein Fussballer schwul ist, oder nicht 😉
    Wenn damit aber ein Tabu gebrochen/angesprochen wird, dann ist es aber doch irgendwie wichtig.
    Bemerkenswert ist aber wieder die „Scheinheiligkeit“ der von Dir angesprochenen Personen !
    Ist DAS nicht das eigentliche Übel ?

    Gruß aus Berlin (mit dem schwulen Bürgermeister) 😉
    Bärlinerin

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